Ein Kommentar von Nils Schröder

Ein Kommentar von Nils Schröder

Geschenk mit Folgen

Wer etwas verschenkt, der rechnet in der Regel damit, dass sich der Beschenkte genauso freut, wie der Schenkende. Doch manchmal sorgen Präsente für Unverständnis, denn sie und die folgende Reaktion entsprechen nicht den gegenseitigen Erwartungen. Der oft gut gemeinte Gedanke, bricht in der doch so besinnlichen Weihnachtszeit die Tradition des friedlichen Beisammenseins und ein Streit entsteht. Wenn hierbei nun verschenkte Lebewesen im Mittelpunkt der Auseinandersetzung stehen, hört der Spaß auf.

Vielfach entbehren die verbundenen Pflichten des geschenkten kuscheligen Kaninchens, des winzigen Kätzchens oder des süßen Hundewelpens jedem Realitätssinn. Vor allem Hunde und Katzen brauchen vom Betreuer anfänglich viel Geduld und Zeit. Sie haben eigenen Willen und Charakter, müssen erzogen werden und lernen, was sie dürfen und was nicht. Kinder wollen häufig ihre neuen tierischen Freunde knuddeln, umarmen und kosen. Dies erscheint dem Tier anfangs mitunter als Bedrohung mit folgender Abwehrreaktion.

Wer ein lebendes Tier verschenkt oder sich eben jenes wünscht, der muss sich über Pflichten, Folgekosten, Regelungen bei Urlaubsabwesenheit und viele andere Punkte bewusst sein. Fürsorge und Pflege sind unumgänglich. Wer diese Pflichten nicht sieht oder garantieren kann, der darf kein Tier verschenken. Nicht grundlos kommt es jedes Jahr zu einer Flut von ausgesetzten oder abgegeben Tieren. Ein Tier gehört letztlich nicht unter den Weihnachtsbaum. Es ist kein spontanes Vergnügen oder Spielzeug. Stattdessen wird es bei guter Pflege sein Leben lang ein guter Freund des Menschen sein. Immerhin geht es um ein Wesen mit Gefühlen wie Angst oder Zuneigung, das genauso wie ein Mensch gut behütet und in Sicherheit leben will. (ns)