Silvester mit Haustieren

Silvester mit Haustieren

Mit diesen Tipps erleben Haustiere einen entspannten Jahreswechsel

Die Silvesternacht steht vor der Tür. Feiern, laute Musik, Böller und Raketen – all das gehört meist zum Jahreswechsel dazu. Für unsere tierischen Mitbewohner bedeutet die Partynacht jedoch eine Menge Stress. Wir haben aus diesem Anlass mit einigen Experten aus der Region gesprochen und ein paar nützliche Tipps für Sie zusammen getragen.

Ruhe ausstrahlen
Hunde hören etwa viermal so gut wie Menschen, Katzen haben ein noch feineres Gehör. Die Tiere nehmen erhöhte Geräuschpegel und Silvesterlärm viel stärker wahr als ihre Besitzer. Tierhalter sollten unbedingt die Fenster sowie Vorhänge und Rollos schließen. Ein laufendes Radio oder Fernsehen können dabei helfen, die Reize von außen zu mildern. Auf jedem Fall solle man von der Gabe von Medikamenten zu Beruhigung absehen, raten sowohl Christa Reinhold von der Hundeschule Petershagen als auch Marion Höft von der Problemhund-Therapie aus Minden. Diese würden die Tiere lediglich ruhigstellen. „Dennoch bekommen sie alles mit, können ihre Angst nur nicht mehr richtig zeigen“, erklärt Christa Reinhold im MiKu-Gespräch. Auch Marion Höft rät von der Chemie-Keule ab; sie empfiehlt alternativ in Absprache mit dem Tierärzt und Heilpraktikern die Gabe von homöopatischen Mitteln. Christa Reinhold hat noch einen Tipp aus der Haushaltsapotheke: „Ein kleines bisschen Eierlikör hilft großen wie kleinen Hunden. Sie sind dann keinesfalls betrunken, sondern etwas entspannter und lockerer“. Besser ist es natürlich, den Hund langfristig zu desensibilisieren, erklärt Reinhold weiter. Dies muss natürlich mit entsprechendem Vorlauf geschehen. Reinhold spielt den Tieren unter anderem Aufnahmen von Silvesterfeuerwerk vor. So können die Tiere nach und nach lernen, dass alles,was dort geschieht, halb so schlimm ist und wieder vorbei geht.

 Marion Höft von der Problemhund-Therapie: "Die Tiere reagieren auf den Menschen. Daher sollte der Mensch selber ruhig bleiben".

Marion Höft von der Problemhund-Therapie: „Die Tiere reagieren auf den Menschen. Daher sollte der Mensch selber ruhig bleiben“.

Erkennen, wenn das Tier Angst hat
Besitzer merken meist ganz schnell, wenn es ihren Tieren nicht gut geht und sie verängstigt sind. Hunde haben bei Angst geweitete Pupillen, hecheln stark, legen ihre Ohren an und laufen dann häufig unruhig umher. Wenn Katzen Angst haben, lässt ihr Spieltrieb nach und sie zeigen ein Abwehrverhalten. Wichtig ist vor allem, dass Hundehalter, deren Tiere sich verängstigt zeigen, in der Silvesternacht auf lange Spaziergänge zu späterer Stunde verzichten. Am besten solle man vor dem großen Trubel gehen und dann bis zum nächsten Tag warten, bis es wieder ruhiger geworden ist, empfielt Reinhold. In extremen Situationen ist es am besten, Normalität zu erzeugen und den Tieren damit Sicherheit zu geben. „Die Tiere reagieren auf den Menschen. Daher sollte der Mensch selber ruhig bleiben, nicht auf das Tier einreden oder es gar bemitleiden. Lieber sollte man sich normal verhalten und dass Tier, wenn es möchte, festhalten und streicheln. Damit kann man ihm signalisieren: Mein Freund, wir stehen das zusammen durch“, erklärt Marion Höft. Auf keinen Fall sollte das Tier alleine gelassen werden.

Christa Reinhold von der Hundeschule Petershagen rät von der Medikamentengabe ab. "Lieber ein kleienes bisschen Eierlikör, das hilft auch".

Christa Reinhold von der Hundeschule Petershagen rät von der Medikamentengabe ab. „Lieber ein kleienes bisschen Eierlikör, das hilft auch“.

Haustiere benötigen Rückzugsorte
Sowohl Welpen als auch ältere Hunde können lernen, Erfahrungen zu bewältigen und für laute Geräusche sensibilisiert zu werden. Dies ist mit viel Geduld und Disziplin verbunden und erfordert eine gesunde Mensch-Hund-Beziehung. Katzen sollten zu Silvester unbedingt reingeholt werden, da die sensiblen Tiere besonders verschreckt auf Böller und Raketen reagieren. Im schlimmsten Fall irren sie draußen umher und finden nicht mehr nach Hause.