„Einstiegsqualifizierung plus Sprache“ –

„Einstiegsqualifizierung plus Sprache“ –

Kreis hat mit Hilfe der IHK-Willkommenslotsin Berufsvorbereitungsprogramm für Geflüchtete gestartet

Wer schon einmal eine neue Sprache gelernt hat, weiß es: Es ist wichtig, die Sprache aktiv anzuwenden. Das bestätigen auch die 15 jungen Frauen und Männer, mit den Herkunftsländern Irak, Iran, Afghanistan, Syrien und Guinea, die seit dem ersten Oktober 2018 an dem Projekt „Einstiegsqualifizierung (EQ) plus Sprache“ teilnehmen. Das IHK-Konzept wird in diesem Jahr aufgrund der Kooperation des Kreises Minden-Lübbecke mit der VHS Minden / Bad Oeynhausen erstmals auch in Minden mit eigenem Kursstandort umgesetzt. Finanziell gefördert wird das Programm durch die Paul und Karin Gauselmann Stiftung und den Kreis Minden-Lübbecke.

Einstieg in den Arbeitsmarkt erleichtern
„Mit dem Programm soll den Geflüchteten der Einstieg in den Arbeitsmarkt erleichtert werden. Denn eine direkte Vermittlung in Ausbildung ist nicht immer möglich, da für die betrieblichen Anforderungen meist die Sprachkenntnisse nicht ausreichen“, erklärt Antje Gieselmann, Amtsleiterin des Kreisschulamtes. Dass zum optimalen Lernen auch eine gute Lernatmosphäre gehört, wird bei einem Besuch vor Ort in den Räumen der VHS Minden / Bad Oeynhausen, wo der Sprachkurs stattfindet, schnell klar. Die 15 teilnehmenden Frauen und Männer lassen sich von der Motivation und Freude ihres Lehrers mitreißen. So teilt eine junge Teilnehmerin aus dem Kurs mit: „Wir lernen hier mit viel Spaß und so gehen uns die Dinge nicht mehr aus dem Kopf!“ Sie alle haben neben dem großen Ziel des Sprachenlernens auch schon klare Ideen zu angestrebten Ausbildungsberufen.

Gut vorbereitet
Für die Teilnehmer geht es nach drei Wochen Sprachkurs im Block in der Startphase anschließend regelmäßig mit einem Tag in der Woche als Sprachkurs weiter. An den anderen vier Tagen stehen die Erfahrungen in der Berufswelt auf dem Lehrplan. Einige Kandidaten sind parallel zum Unterricht bereits in ihrem Betrieb gestartet, für andere geht es erst in Kürze am Arbeitsplatz los. Das Ziel des einjährigen Programms ist es, gut vorbereitet in ein Ausbildungsverhältnis zu starten.

Willkommenslotsin als Ansprechpartner
Seit mittlerweile drei Jahren wird das von der IHK Ostwestfalen entwickelte und durch eine Anschubfinanzierung auf den Weg gebrachte Programm erfolgreich an verschiedenen Standorten in Ostwestfalen durchgeführt. Es besteht aus zwei Säulen: Im berufspraktischen Teil – der so genannten Einstiegsqualifizierung (EQ) – werden Tätigkeiten aus dem ersten Ausbildungsjahr im Betrieb erlernt. Flankierend werden – in der zweiten Säule – die Deutschkenntnisse in einem gezielt auf arbeitskulturelle Inhalte ausgerichteten Intensiv-Sprachkurs verbessert. Die Teilnehmer starten mit einem Sprachniveau von B1 in den Kurs und werden auf das für eine Berufsausbildung erforderliche B2-Niveau geschult. Eine EQ-Maßnahme kann von der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter gefördert werden. Sie dauert in der Regel zwischen 6 und 12 Monaten. Interessierte Arbeitgeber können sich an den Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit oder an Attila Sespi bei der IHK Ostwestfalen zu Bielefeld wenden. Speziell für die betriebliche Integration geflohener Menschen steht die Willkommenslotsin der IHK, Stephanie Wiedey, (Tel. 0521 554-166, E-Mail: stephanie.wiedey@ihk-akademie.de) als Ansprechpartnerin zur Verfügung.