Diebe auf leisen Sohlen

Diebe auf leisen Sohlen

Einbrecher machen in der dunklen Jahreszeit den Mühlenkreis unsicher

Die dunkle Jahreszeit hat begonnen, es wird früher duster und später wieder hell. Die lange Dunkelheit dient jedes Jahr aufs Neue Einbrechern, ihren kriminellen Machenschaften ungestört und ungesehen nachzugehen. Im Schutze der Dunkelheit schleichen sie durch Straßen und Gassen, immer auf der Suche nach der passenden Gelegenheit. Doch die Menschen im Mühlenkreis sind gewarnt und vorsichtiger geworden, es wird mehr Wert auf Sicherheit und Achtsamkeit gelegt. Erfreulicherweise sind die Wohnungseinbrüche im Kreisgebiet in den vergangenen Jahren zurückgegangen, doch dafür häufen sich in letzter Zeit die Einbrüche in Geschäfte.

Wohnungseinbrüche im Kreis
Die Zahlen zu den Wohnungseinbrüchen sind in den vergangenen Jahren im Kreisgebiet gesunken. Laut Statistik der Polizei Minden-Lübbecke wurden im Jahr 2015 711 Wohnungseinbrüche verzeichnet; 2016 waren es 581 Einbrüche in Wohnungen, 2017 gab es 510 Einbruchsdelikte. In diesem Jahr bis einschließlich September wurden 292 Wohnungseinbrüche gemeldet. Lutz Kollmeyer vom Kriminalkommissariat Kriminalprävention und Opferschutz der Polizei Minden-Lübbecke beobachtet diese Entwicklung mit Vorsicht: „Die fallende Tendenz ist ja nicht zu übersehen. Dennoch gibt es für die Polizei keinen Grund zur Entwarnung“. Grundsätzlich werde etwas häufiger im Stadtgebiet eingebrochen, hier vor allem in größeren zusammenhängenden Wohnvierteln. „Wo die Kriminellen vermuten, dass niemand im Haus oder in der Wohnung ist, dort steigen sie ein“, erklärt Kollmeyer weiter. Daher sei es dann auch egal, ob es sich um ein Mehrfamilienhaus, freistehende Häuser oder Wohnungen handele. Mit Vorliebe würden die Einbrecher durch Terrassentüren und Fenster in sichtgeschützten Bereichen eindringen. Bevorzugt werden von den Tätern das Aufhebeln der Verriegelung an Fenstern und Fenstertüren.

 Lutz Kollmeyer vom Kriminalkommissariat Kriminalprävention und Opferschutz der Polizei Minden-Lübbecke: „Die fallende Tendenz ist ja nicht zu übersehen. Dennoch gibt es für die Polizei keinen Grund zur Entwarnung“

Lutz Kollmeyer vom Kriminalkommissariat Kriminalprävention und Opferschutz der Polizei Minden-Lübbecke: „Die fallende Tendenz ist ja nicht zu übersehen. Dennoch gibt es für die Polizei keinen Grund zur Entwarnung“

Auf Beutezug
Besonders abgesehen hätten es die Täter auf Bargeld, Schmuck und kleinere elektronische und elektrische Geräte wie Handys, Werkzeuge, Fotoausrüstung und ähnliches, berichtet Kollmeyer weiter. Also alles, was sich relativ leicht und unkompliziert gegen Geld eintauschen lässt. Zu den Tätern könne auch Aussagen getroffen werden: das Profil ist meist männlich und zwischen 18 und 40 Jahren alt; Frauen würden seltener in Erscheinung treten.

Vermehrte Geschäftseinbrüche
In den vergangenen Wochen wurde über die Pressestelle der Polizei häufiger über Geschäftseinbrüche berichtet. Beispielhaft zu nennen sind ein Einbruch in einen Hiller‘ Wez-Markt im September, bei dem es die Diebe auf Zigaretten abgesehen hatten, oder auch Einbrüche in eine Bäckereifiliale in Hille und ein Juweliergeschäft in Minden im Oktober.
Während hinter den Wohnungs- und Hauseinbrüchen eher Einzeltäter aus der heimischen Region vermutet werden, werden hinter den in vergangener Zeit häufiger auftretenden Firmen- und Geschäftseinbrüchen Tätergruppen erwartet. Doch auch vereinzelte reisende, überörtliche Täter würden hier im Kreisgebiet auftauchen.

 Friedhelm Tegeler, Leiter der Außenstelle Minden-Lübbecke des Weißen Rings: „Aufmerksame Nachbarn können helfen, verdächtige Personen und Fahrzeuge zu melden und Einbrüche zu verhindern".

Friedhelm Tegeler, Leiter der Außenstelle Minden-Lübbecke des Weißen Rings: „Aufmerksame Nachbarn können helfen, verdächtige Personen und Fahrzeuge zu melden und Einbrüche zu verhindern“.

Prävention vor Einbrüchen
Lutz Kollmeyer empfiehlt Bürgern in der dunklen Jahreszeit, Wohnungen und Häuser mit guten mechanischen Sicherungen aufzustocken bis hin zur Absicherung mit Alarmanlagen in Einzelfällen. Aber auch kleine Dinge wie eine gute Beleuchtung rund ums Haus sowie ein aufmerksamer Hund und wachsame Nachbarn können wahre Wunder wirken und Täter abschrecken. Dies bestätigt auch Friedhelm Tegeler, Leiter der Außenstelle Minden-Lübbecke des Weißen Rings. „Ein gutes Nachbarschaftsverhältnis und aufmerksame Menschen sorgen dafür, dass verdächtige Personen oder Fahrzeuge schneller gemeldet werden und somit Einbrüche verhindert werden können“. Dabei solle man, wenn man Verdächtiges beobachtet, sich nicht scheuen, die Polizei zu verständigen. Gerade in Wohnsiedlungen würden beispielsweise Fahrzeuge, die nicht dort hingehören würden, auffallen. Daher könne es nicht schaden, sich das Kennzeichen aufzuschreiben und gegebenenfalls die Polizei zu verständigen. So kann ein wachsamer Nachbar manchmal die bessere Alarmanlage sein und diese Informationen könne der Polizei bei der Ermittlung der Täter ebenfalls hilfreich sein. Bei Aufklärungsveranstaltungen, die der Weiße Ring auch gemeinsam mit der Polizei abhält, würden sie auch immer wieder darauf hinweisen. Doch der Rückgang der Einbrüche mache sich auch beim Weißen Ring bemerkbar: in diesem Jahr hätten sie lediglich zwei Fälle bearbeitet, die sich an die Außenstelle gewendet hätten.

Hilfe für Opfer
Der Weiße Ring hilft Opfern, mit solchen Situationen besser zurechtzukommen und versuche sein Möglichstes, Hilfestellungen anzubieten. Diese können beratender Natur sein über finanzielle Hilfen und die Vermittlungen von weiterführenden Hilfeangeboten. Besonders bei Einbruchsopfern sei zu beobachten, dass dieses Verbrechen und die Verletzung ihrer Privatsphäre zu einem Zustand der Verwirrtheit und Angst führen kann. Vor allen Dingen Frauen seinen hiervon sehr betroffen, erklärt Tegeler. „Dass jemand in den eigenen Sachen gewühlt hat, verursacht ein Gefühl der Unsicherheit, dass auch nicht so einfach wieder weg geht. Das ist eine ständige Belastung, die man sich als nicht Betroffener so gar nicht vorstellen kann“, berichtet Tegeler weiter. Zudem geben sie Opfern Tipps, wie sie sich in Zukunft besser schützen können, beispielsweise durch bessere Sicherungen der Fenster und Türen. Auch Lutz Kollmeyer bietet neben den allgemeinen Informationsveranstaltungen eine kostenlose und neutrale Beratung zu diesem Thema an. Für eine Terminabsprache ist der Experte erreichbar unter der 0571-8866 4705. So könne sich Bürger auch aktiv selber informieren und sich für die dunkle Jahreszeit und vor Einbrechern wappnen.