Lihra meint...

Lihra meint…

Chaos im Rathaus durch Kostenexplosion

Wann fliegen der Stadt Minden die Kosten um die Ohren, oder sind sie es schon? Fakt ist, dass die 1,5 Millionen Euro Reserve für eventuelle Kostensteigerung schon aufgebraucht sind. Vielleicht auch schon weitaus mehr? Was ist los in unserer Verwaltung? Kann man dort nicht rechnen oder hat man Rat und Bürger von vornherein verschaukelt und wusste, dass man bei weitem nicht mit den veranschlagten Kosten auskommt?

In der letzten Ratssitzung am 27.09.2018 zu dem Thema Rathaussanierung mussten Stadtkämmerer Kresse so wie Bürgermeister Jäcke zugeben, dass die Ergebnisse der Bauteileöffnung und die Potentialfeldmessung in der Tiefgarage diese Reserve schon aufgebraucht haben. Mittels der Potentialfeldmessung können mögliche Korrosionsaktivitäten sichtbar gemacht werden. Da keine Reserve mehr da ist, können Kostensteigerungen nicht mehr aufgefangen werden. Die Verwaltung hat nun entschieden, erst 70 Prozent der Bauleistungen auszuschreiben. Wen will man damit für dumm verkaufen? Die restlichen 30 Prozent müssen doch folgen, oder will man den Bau halbfertig stehen lassen? Wenn 30 Prozent später ausgeschrieben werden, kommen auch gestiegene Kosten hinzu. Die Baufirmen sind ausgelastet. Wenn sie Aufträge annehmen, dann nur zu höheren Preisen um mehr Gewinn zu erzielen. Und mit Mehreinnahmen durch die Gewerbesteuer ist nicht zu rechnen. Im Moment bricht der asiatische Markt gerade weg. Und Wago zum Beispiel bekommt 30 Prozent der Aufträge aus China. Schon dadurch hat die Stadt rund 5 bis 10 Millionen Euro Gewerbesteuereinnahme weniger.
Dazu kommt der Ärger mit dem Denkmalschutz. Um die Teileigentümer mit ihren Geschäften im Rathaus unter Druck zu setzen, wedelte man damals mit dem Denkmalschutz und öffnete die Büchse der Pandora. Herausgekommen ist, dass die Wände nicht versetzt werden dürfen. Somit fehlen Büroräume für über 80 Mitarbeiter. Diese müssen fremd angemietet werden.

Da die Stadt Minden über keine investiven Rücklagen verfügt, kann eine Sanierung des Rathauses nur über Zuwendungen aus der Städtebauförderung, über den Erlös des Verkaufes des sogenannten Blocks A am Scharn sowie über Kredite finanziert werden. Für das Filetstück Block A am Scharn erzielte die Stadt nur weniger als eine Million Euro. Die Mietkosten für die Büros betragen 40.000 Euro im Monat. In 2,5 Jahren ist auch das Geld weg. Und weiteres Flickwerk ist da. Von den 4000 qm angeblicher Bürofläche im neuen Stadthaus können nur 2000 qm als Büros genutzt werden, denn im Obergeschoß ist die Decke zu niedrig. Schilda in Minden. Ungeheuerlich. Ich bin auf die nächste Ratssitzung am 29.11.18 gespannt. Dann fliegt den Herren Kresse und Jäcke der ganze Mist um die Ohren.