Miku trifft Jason-Roger Holloway

Miku trifft Jason-Roger Holloway

”Graffiti ist die letzte Kunstepoche“

Gut gelaunt betritt Jason-Roger Holloway am späten Nachmittag die Miku-Redaktion. Bei einem Kaffee erzählt der in Bremen geborene 38-Jährige von seiner Leidenschaft: der Graffiti Kunst. Doch zuerst musste die Herkunft seines internationalen, fast exotischen Namens geklärt werden „Mein Vater ist Amerikaner. Er kommt aus New Orleans“, sagt er.

Holloway malt bereits seit über 20 Jahren. Mit 14 sei er durch einen Freund zum Graffiti gekommen. „Zu der Zeit waren wir allerdings eher illegal künstlerisch unterwegs“, erinnert sich Holloway und schmunzelt. Bei nächtlichen Sprühaktionen sei er zweimal von der Polizei aufgegriffen worden. „Die Polizei hat mich dann nachts bei meiner Mutter zuhause wieder abgeliefert. Sie war nicht so erfreut, kann man sagen“, sagt er. Doch dadurch sei er aufgewacht und hat sich Gedanken darüber gemacht, dass er die Graffitimalerei ja auch anders, also legal, ausüben könnte.

Gedacht, getan. Mit 16 kam er so zum Kreativzentrum Anne Frank in Minden. Damaliger und heutiger Jugendleiter Frank Blietz hatte dafür gesorgt, dass dort zwei Wände zum Sprühen zur Verfügung standen. „Heute gibt es dort über 60 Wände zum Kreativsein. Die Kids können dort ganz legal sprühen“, erzählt Holloway begeistert. Über die Jahre haben sich im Kreativzentrum immer mehr „Newcomer“ in der Graffitikunst versammelt, die Graffiti als neues Medium sehen, sich auszudrücken. „Zega“, das Pseudonym von Jason-Roger Holloway als Graffitikünstler, malt selbst jeden Sonntag dort. Auch eine Ausstellung hat Holloway im Kreativzentrum bereits gehabt. „Ich war bis dato der einzige Künstler, der hier in Minden eine Graffiti-Ausstellung hatte“, sagt er ein wenig stolz.

1998 bis 2001 absolvierte er im Modehaus Hagemeyer seine Ausbildung zum Schauwerbegestalter. Auch hier konnte er seine Kreativität und seine Graffitikunst präsentieren, was ihm später noch nützlich sein sollte.

Seinen ersten Graffiti-Workshop gab er vier Tage lang in Preußisch Oldendorf mit sieben Kids. „Das hat eingeschlagen, wie eine Bombe. Die Kids waren so begeistert“, sagt er freudig. Sein Ziel ist es, den Kids eine Perspektive zu bieten. „Damit sie nicht durch Langeweile auf Dummheiten kommen“, sagt er, aus eigener Erfahrung sprechend. Er probiert bei seinen Workshops ein Vorbild für die Jugendlichen zu sein.
Heute gibt Holloway im Schnitt jedes zweite Wochenende einen Workshop. „Aus diesen kreativen Wochenenden resultierte schließlich die Vervielfältigung der Buchstaben. Ich habe so praktisch meine ganz eigene Stilrichtung mit Wiedererkennungswert entwickelt. So kamen dann auch Auftragsarbeiten zu Stande“, berichtet er.

Eine Auftragarbeit für die Firma Wohnwagen Rethmeier zum "MotoGP" Thema.

Eine Auftragarbeit für die Firma Wohnwagen Rethmeier zum „MotoGP“ Thema.

Inzwischen häufen sich diese Auftragsarbeiten, bei denen Holloway Garagentore, Autos, Hausfassaden und Leinwände gestalten soll. Zu seinem Kundenstamm zählen Firmen, wie Melitta, Edeka und auch Hagemeyer. Bei Hagemeyer durfte Hollway eine Ladenzeile mit Graffitis unter dem Titel „Hinterhof 79“ gestalten.
„Gerne würde ich mal die Außenfassade der ehemaligen Bowlingbahn bei Herti am Wesertor neugestalten und der Ecke so etwas neues Leben einhauchen“, sagt der Graffitikünstler nach einem Wunschprojekt gefragt.

Der Graffitikünstler bei der Arbeit.

Der Graffitikünstler bei der Arbeit.

Weitere Informationen zu Jason-Roger Holloway sowie die Termine seiner Workshops sind auf seiner Homepage www.jasenholloway.de zu finden. (jh)