Erntebilanz zu Erntedank: Ein Jahr mit vielen Herausforderungen

Erntebilanz zu Erntedank: Ein Jahr mit vielen Herausforderungen

Stimmung im Dürrejahr von Dankbarkeit geprägt

Die heimischen Landwirte ziehen eine gemischte Bilanz. „2018 ist ein Jahr mit vielen Herausforderungen gewesen“, berichtet der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbands Minden-Lübbecke, Rainer Meyer, anlässlich des Erntedankfestes. Das Wetter habe gezeigt, wie sehr die Bauern vom Wetter abhängig seien.

Die heimischen Landwirte ziehen eine gemischte Bilanz. „2018 ist ein Jahr mit vielen Herausforderungen gewesen“, berichtet der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbands Minden-Lübbecke, Rainer Meyer, anlässlich des Erntedankfestes. Das Wetter habe gezeigt, wie sehr die Bauern vom Wetter abhängig seien.

Trotz Dürre und Hitze müsse man in der Region annähernd zufrieden sein, so der Vorsitzende. Ost- und Norddeutschland seien wesentlich stärker betroffen gewesen. Durch das Wetter bedingt, sei die Getreideernte im Mühlenkreis bereits außergewöhnlich früh Anfang August beendet worden. Demgegenüber habe die Maisernte schon Mitte August begonnen. „So früh wie nie“, sagt Meyer und berichtet, dass die Ernteergebnisse je nach Bodenverhältnissen und lokaler Witterung eine große Bandbreite aufweisen würden.

Besonders problematisch sei die Situation auf den leichteren, flachgründigen Böden im Kreis gewesen, die das Wasser der wenigen, aber wichtigen Regenschauer nicht lange speichern konnten. Generell sei man bei der Getreide- und Rapsernte hierzulande mit einem blauen Auge davongekommen. Einen Vorteil hätte das trockene Sommerwetter allerdings gehabt, denn die Landwirte mussten das Getreide vor dem Einlagern nicht wie üblich trocknen.

"In diesem Jahr ist der Anteil kleiner Kartoffeln deutlich höher." (Rainer Meyer, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbands Minden-Lübbecke)

„In diesem Jahr ist der Anteil kleiner Kartoffeln deutlich höher.“ (Rainer Meyer, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbands Minden-Lübbecke)

Besonders hart trifft es 2018 die Kuh-, Rinder-, Bullen-, Pferde- und Schafhalter, denn diese haben mit Futterausfällen für den Winter zu kämpfen, da neben dem Mais als Futtergrundlage für die Tiere auf den Wiesen und Weiden mit Beginn der Trockenheit kaum noch etwas gewachsen ist. Die Folge: Die Höfe müssen das Futter teuer zukaufen. Zudem habe der aktuelle Milchpreis noch Luft nach oben, so der Vorsitzende. Auch bei der Kartoffelernte hat die Dürre deutliche Spuren hinterlassen. Die Mindererträge liegen bei 20-50 Prozent. „In diesem Jahr ist der Anteil kleiner Kartoffeln deutlich höher“, erklärt der Meyer. Ebenfalls unter der Hitze gelitten haben die Zuckerrüben. Die Landwirte erwarten durch die hohe Sonneneinstrahlung zwar hohe Zuckergehalte, allerdings gleichen sie bei weitem nicht die zu befürchtenden Mindererträge aus.

Auch bei den Waldbauern gab es Probleme, denn Sturm, Dürre und die Borkenkäferplage führten zu erheblichen Schäden. Die Umwelteinflüsse setzten den Wäldern zu und ließen die Jungpflanzen auf wiederaufgeforstete Flächen vertrocknen, während sich der gefräßige Borkenkäfer auf dem Sturmholz ausbreitete.

Große Sorgen bereiten dem Berufsstand aktuell auch ungeklärte Fragen zu künftigen Standards in der Schweinehaltung und der damit verbundenen Afrikanischen Schweinepest, die Richtung Deutschland vordringt. Hinzu käme, dass die derzeitigen Erzeugerpreise für Schweine im Keller seien.

Zusammenfassend müsse man dankbar sein, denn Hitze und Dürre hätten wieder einmal vor Augen geführt, dass eine gute Ernte keine Selbstverständlichkeit sei. In früheren Jahrhunderten hätte eine so langanhaltende Trockenheit eine Hungerkatastrophe bedeutet, so Meyer. (ns)•

BU1: Derzeit sind die Landwirte mit der Bodenbearbeitung und Herbstaussaat beschäftigt. (Foto Florian Pottkamp)
BU2: