Kaiser-Wilhelm-Bus auf letzter Fahrt

Kaiser-Wilhelm-Bus auf letzter Fahrt

Defizitäres Interkommunal-Projekt beendet

Seine letzte Fahrt von Kanzlers Weide zum Kaiser-Wilhelm-Denkmal und zurück hat am vergangenen Sonntag der Kaiser-Wilhelm-Bus am vergangenen Sonntag absolviert. Als Besonderheit zum Abschied vom roten Doppeldeckerbus begleitete Gästeführer Hans-Jürgen Amtage die Fahrten und erzählte Erwähnenswertes von besonderen Punkten entlang der Busroute.

Sehr positiv sei die Resonanz auf den „Kaiser-Wilhelm-Bus“ gewesen, konstatiert der Geschäftsführer der Minden Marketing GmbH, Dr. Jörg-Friedrich Sander über den Bus, der in den vergangenen drei Monaten rund 2.500 Gäste zum Denkmal gebracht hat. Auch Mindens Bürgermeister Michael Jäcke zog ein positives Fazit: „Wir freuen uns, dass es uns gelungen ist zur Neueröffnung des Kaiser-Wilhelm-Denkmals in diesem Sommer testweise den Kaiser-Wilhelm-Bus als interkommunales Projekt an den Start zu bringen.“

Doch trotz aller Lobeshymnen auf den beliebten roten Doppeldecker-Bus, wird dieser nun nicht weiterverkehren und dem Anschein nach auch im kommenden Jahr seinen Betrieb nicht mehr aufnehmen. Von der ursprünglichen anfänglichen Idee, mit einem Hop on/Hop off-Bus zum einen die beiden LWL-Attraktionen Preußenmuseum und Denkmal zu verbinden und zum anderen die wichtigsten Sehenswürdigkeiten wie das Kaiser-Denkmal, die Weserschleuse/Wasserstraßenkreuz, die Altstadt, sowie Marktplatz und Dom zu vernetzen, musste wegen verkehrs- und sicherheitsbehördlicher Bedenken Abstand genommen werden, erklärte Bürgermeister Jäcke seinerzeit.   

„Vor dem Hintergrund der aktuellen Tourvariante, die zurzeit nur möglich ist, ist eine Fortsetzung leider nicht finanzierbar“, erklärt die Pressesprecherin der Stadt Minden, Susann Lewerenz auf Miku-Anfrage. Die ursprünglich durch die Mindener Fußgängerzone geplante Busroute habe großes Potenzial gehabt, Werbepartner für das Projekt zu begeistern, doch aufgrund der letztlich abgespeckten Route von Kanzlers Weide über den ZOB zum Porta Denkmal habe man für den nur am Wochenende fahrenden Shuttle-Bus mit 84 Sitzplätzen keine Unterstützer oder Partner für das im Februar beschlossene Projekt finden können.

„Aus diesem Grund war das Shuttle-Vorhaben leider defizitär“, sagt Lewerenz. Dass das Shuttle-Angebot im kommenden Jahr vermutlich nicht fortgesetzt werden kann, bedauern alle Beteiligten. Noch sei allerdings nicht aller Tage Abend. Man werde Gespräche führen und versuchen das Projekt womöglich in anderer Form beizubehalten. Dies, so Lewerenz, sei zwar schwer realisierbar, aber nicht gänzlich undenkbar.

Während der rote Doppeldeckerbus in Minden nun also nicht mehr verkehrt, fährt die Kaiser-Wilhelm-Linie 518 in Porta Westfalica übrigens bis Anfang November. Genauer bis zum 01.11. fahren die Busse weiterhin samstags zwischen 13 und 21 Uhr sowie sonntags zwischen 10 und 18 Uhr und an Feiertagen zum Kaiser. Die Haltestellen Porta Bahnhof, Unterm Willem, Zur Wittekindsburg und Kaiserhof werden dabei im Halbstundentakt angefahren. (ns)