Igel und Eichhörnchen leiden unter Futtermangel

Igel und Eichhörnchen leiden unter Futtermangel

Was man im heimischen Garten dagegen tun kann

Der lange und trockene Sommer hat nicht nur den Ackerbau, die Tiere auf den Weideflächen und die Wälder geschädigt. Naturgemäß haben auch weniger beachtete Tiere in der freien Natur darunter gelitten und tun dies auch jetzt noch. Darunter auch die niedlichen Eichhörnchen und Igel.

Bereits während des Sommers waren viele Wildtierauffangstationen überlastet. Vielfach wurden kleinere Wildtiere und Singvögel entkräftet und dehydriert bei den Pflegestellen abgegeben, denn die Tiere fanden weder Nahrung noch Flüssigkeit. Auch jetzt im Herbst bestehen als Folgen des Sommers Probleme für die kleinen Zwei- und Vierbeiner.

Besonders Eichhörnchen finden nicht genügend Futter, viele Nüsse sind hohl. Dazu sagt Jutta Niemann von der Biologischen Station Minden-Lübbecke: „Eichhörnchen ernähren sich von Haselnüssen, Bucheckern, Fichtenzapfen, Obst und frischen Trieben. Auch Kleintiere, Jungvögel, Vogeleier und Pilze werden verspeist. Sie sind also nicht wählerisch und schon fast echte ‚Allesfresser‘. Dennoch haben sie wohl in diesem Jahr Probleme, da die Bäume und Sträucher zwar reichlich produziert haben, aber aufgrund der Trockenheit die Qualität der Bucheckern und Nüsse sehr dürftig ist.“ Dies bedeute, so Niemann, dass unter Umständen nicht ausreichend pflanzliche Proteine als Nahrungsquelle zur Verfügung stünden.

"Frisches Obst und Milchprodukte sind für Igel schädlich." (Jutta Niemann, Biologische Station Minden-Lübbecke)

„Frisches Obst und Milchprodukte sind für Igel schädlich.“ (Jutta Niemann, Biologische Station Minden-Lübbecke)

Sehr zum Irrglauben weiter Teile der Bevölkerung gehören Eicheln übrigens nicht zum bevorzugten Nahrungsmittel der schnellen Tiere. So kommt der Name der Tiere nicht von der Eiche oder Eichel, sondern vom altdeutschen „aig“, welches gleichbedeutend mit „flink“ ist. Aufgrund des Futtermangels können von Menschenhand Wal- und Haselnüsse, Bucheckern, Hainbuchsamen, Sonnenblumenkerne, Rosinen, Weintrauben, aber auch Äpfel, Birnen, Möhren, grüne Gurken sowie Zucchini oder Broccoli für die Eichhörnchen im heimischen Garten oder auf dem Balkon bereitgestellt werden. Das Futter wird bestenfalls in Schalen, Vogelhäuschen oder Futterkästen gelegt.

Igel benötigen proteinreiches Futter. Der Insektenschwund stellt ein großes Problem dar.

Igel benötigen proteinreiches Futter. Der Insektenschwund stellt ein großes Problem dar.

Die Folgen der Sommerhitze und der damit verbundene hohe Insektenschwund sind aktuell auch für Igel spürbar. Bedingt durch den Nahrungsmangel können die Igelmütter kaum Muttermilch produzieren. Somit leiden besonders die Jungtiere. Ein Igel der vor Anbruch des Herbstes oder Winters unter 400 Gramm wiegt, wird ohne menschliche Hilfe kaum überleben können. Dazu sagt Jutta Niemann: „Igel brauchen proteinreiche Nahrung. Dazu zählen neben Insekten zum Beispiel Schnecken, Regenwürmer, Engerlinge und Raupen.“ Frisches Obst und Milch sind wiederum für die Igel schädlich. „Mit Obst als Nahrungsquelle muss man vorsichtig umgehen. Daher beim Zufüttern bitte nur Bananen reichen und dies nur begleitend und in kleinen Mengen, da diese nicht nicht nährstoffreich genug sind. Milchprodukte dürfen sie auf keinen Fall zu sich nehmen.“ Diese führten zu schwerem Durchfall oder gar dem Tod, so Niemann. Auch Nüsse, rohe Eier und rohes Fleisch sollte man Igeln nicht geben. Stattdessen eignen sich zur Dämmerung neben speziellem Igelfutter vor allem trockenes Katzenfutter, gekochtes Ei oder angebratenes Hackfleisch (ungewürzt) sowie frisches Wasser für die kleinen stacheligen Vierbeiner. (ns)