Kein Pflegenotstand im Mühlenkreis bei den Mühlenkreiskliniken

Kein Pflegenotstand im Mühlenkreis bei den Mühlenkreiskliniken

Mühlenkreiskliniken haben Fördergelder für Pflege voll ausgeschöpft

Die Krankenkassen haben bis Ende des Jahres zur Unterstützung der Pflege insgesamt 660 Millionen Euro Fördergelder zur Verbesserung der Pflegesituation an Kliniken ausgeschrieben. Eine Studie des Bundesministeriums stellte nun fest, dass bisher nur rund 50 Prozent dieser Gelder abgerufen wurden. Nicht so im Mühlenkreis, die Mühlenkreiskliniken (MKK) haben diese Fördergelder im vollen Maße in Anspruch genommen. Hier wird großen Wert auf die fundierte Ausbildung der Pflegekräfte gelegt, vor allen Dingen mit Blick auf die Zukunft.

Beim persönlichen Gespräch mit der Pflegedienstleitung des Johannes-Wesling-Klinikums wurde ersichtlich: Die Ausbildung ist entscheidend und wird dementsprechend auch in den MKK-Kliniken gefördert. Doch auch hier könnten Pflegekräfte zukünftig knapp werden, denn der demografische Wandel lässt sich nicht aufhalten. „Wo wird Pflege überall eingesetzt? Eigentlich überall in der Patientenversorgung, somit ergibt sich auch ein weites Gebiet, in dem Pflegepersonal eingesetzt werden kann. Nach der Ausbildung ergibt sich somit ein riesiges Delta an Möglichkeiten“, berichtet Bernd Mühlenbruch, Pflegedienstleiter am Johannes-Wesling-Klinikum (JWK).

Christian Busse, Pressesprecher der Mühlenkreiskliniken: "Eine Pflegenotstand wie in den großen Städten haben wir hier nicht."

Christian Busse, Pressesprecher der Mühlenkreiskliniken: „Eine Pflegenotstand wie in den großen Städten haben wir hier nicht.“

Kein Pflegenotstand an den Mühlenkreiskliniken
Insgesamt sind in allen Mühlenkreiskliniken 1788 Mitarbeiter in der Pflege beschäftigt (Stand Ende 2017), hinzu kommen 736 im Medizinisch-Technischen-Dienst, 536 im Funktionsdienst und 19 Personen sind im Sozialdienst beschäftigt. Allein am JWK sind auf der Normalstation 650 Personen in der Pflege beschäftigt, wie in den anderen Krankenhäusern der MKK steige die Zahl der Pflegemitarbeiter konstant mit dem Bedarf. Problematisch ist, dass mit dem demografischen Wandel auf dem Arbeitsmarkt das Angebot an Pflegepersonal sinke, da viele in den nächsten Jahren in Rente gehen würden, das Personal aber nicht im gleichen Maße nachrücke. Hinzu kommt, dass der Bedarf an Pflegeleistungen durch die gesteigerte Lebenserwartung und den medizinischen Fortschritt weiter ansteige, sowohl qualitativ als auch quantitativ. Diese Entwicklung würden alle Krankenhäuser bundesweit spüren, davon seien auch die Mühlenkreiskliniken nicht ausgenommen, bestätigen Pressesprecher Christian Busse und auch Bernd Mühlenbruch. Gleichzeitig könne aber für die Mühlenkreiskliniken gesagt werden: einen Pflegenotstand, wie etwa in den großen Städten, gebe es hier nicht. Sollte dennoch durch nicht beeinflussbare Faktoren mal ein Engpass entstehen, beispielsweise durch hohe Krankheitsausfälle, werde über eine Anpassung der zur Verfügung gestellten Ressourcen, wie etwa Krankenbetten, ein Versorgungsengpass in der Patientenversorgung vermieden.

Fördermittel für die Pflege
„Die Mühlenkreiskliniken haben die von den Krankenkassen zur Verfügung gestellten Fördergelder in den Jahren 2016 und 2017 im vollen Maße in Anspruch genommen und werden auch in diesem Jahr von ihrem Anspruch Gebrauch machen“, bestätigen Mühlenbruch. Das Pflegestellenförderprogramm des Krankenhausstrukturgesetzes sehe vor, die Pflege am Bett zu stärken, sodass die Fördermittel direkt der unmittelbaren Patientenversorgung zugutekommen. Insgesamt seien aus den so erhaltenden Fördermitteln an allen Standorten der MKK im Jahr 2017 21,9 Vollkraftstellen in der Pflege finanziert worden. Auch für dieses Jahr werde eine Förderquote in gleicher Höhe erwartet. Obgleich derzeit an den MKK kein Pflegenotstand herrsche, steigen dennoch die Bemühungen, weiter gutes Personal zu rekrutieren. Dies geschehe unter anderem durch die Ausbildung direkt im Hause.

Bernd Mühlenbruch, Pflegedienstleitung am Johannes-Wesling-Klinikum: "Ein Job in der Pflegebietet vielfältige Entwicklungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten."

Bernd Mühlenbruch, Pflegedienstleitung am Johannes-Wesling-Klinikum: „Ein Job in der Pflegebietet vielfältige Entwicklungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten.“

Engagement in der Ausbildung
In der konzerneigenen Akademie für Gesundheitsberufe wurden bereits in der Vergangenheit die Ausbildungskapazitäten enorm ausgeweitet. Neben der staatlich anerkannten Ausbildung kann hier auch, in Kooperation mit der Fachhochschule Bielefeld, ein duales Studium „Gesundheits- und Krankenpflege“ absolviert werden (mehr dazu lesen sie in unserer SV Karriere in der Pflege ab S.17). „Ein solches Engagement für die Ausbildung wünschen wir uns auch von anderen Anbietern von Gesundheitsleistungen. Gleichzeitig bietet die Akademie in der Pflege große Entwicklungs- und Karrierechancen. Auf diesem Weg gelingt es, die Weiterentwicklung der Mitarbeiter größtmöglich zu unterstützen“. Denn – professionelle Pflege sei ein Beruf, der zwar aktuell in der Gesellschaft eine große Anerkennung genieße, aber oftmals „schlecht geredet“ werde. Schichtdienst, unsichere Freizeitplanung und eine hohe körperliche und physische Belastung seien hier nur einige Stichworte, erklärt Bernd Mühlenbruch. Hier setze die MKK an, um die Attraktivität des Berufes weiter zu steigern. Ausfallmanagement, Personalentwicklungsprogramme und die Mehrung wissensgeleiteten und selbstbestimmten Handelns in der Pflege seien hier nur einige Beispiele, um die Rahmenbedingungen zu verbessern. „Die professionelle Pflege von Menschen ist ein erfüllender Beruf, der Aufstiegs- und Entwicklungschancen bietet und finanziell besser entlohnt wird, als allgemein angenommen“, resümiert Mühlenbruch abschließend