Falter mit falschem Federkleid

Falter mit falschem Federkleid

Das Taubenschwänzchen ist auf dem Vormarsch

Es schwirrt und surrt leise an den Blumen. Ein scheinbar winziger Vogel schwebt in der Luft vor einer Blume, flattert rasend schnell mit den kleinen Flügeln. Dabei steckt er seinen langen, dünnen Rüssel in einen Blumenkelch. Ein Kolibri im Mühlenkreis? Kann das sein?

Kolibri oder nicht? Die Unterscheidung fällt nicht leicht.

Kolibri oder nicht? Die Unterscheidung fällt nicht leicht.

Nein, der Anblick trügt, denn Kolibris gibt es in Deutschland nicht. Das kleine Tier ist ein Taubenschwänzchen, das oft wegen seiner Optik mit einem Kolibri verwechselt wird. „Taubenschwänzchen“, sagt Tore Mayland-Quellhorst von der Biologischen Station Minden-Lübbecke, „sind im Sommer regelmäßig zu beobachten.“ Diese unterscheiden sich von anderen Schmetterlingen durch ihren schwirrenden Flug bei dem sie mit ihrem langen Rüssel Nektar saugen ohne zu landen. „Sie sind Wanderfalter. Das bedeutet, dass sie vor allem in südlichen Regionen überwintern und im Sommer nach Norden wandern“, sagt er. Bei wärmerem Klima sei damit zu rechnen, dass die Falter auch in unserer Region künftig ganzjährig heimisch werden.

"Taubenschwänzchen sind vermehrt zu beobachten." (Tore Mayland-Quellhorst, Biologische Station Minden-Lübbecke)

„Taubenschwänzchen sind vermehrt zu beobachten.“ (Tore Mayland-Quellhorst, Biologische Station Minden-Lübbecke)

Die kleinen Falter sind erstaunlich leistungsfähig. Sie können bis zu 2.000 Kilometer Entfernung zurücklegen und bei einer Flughöhe bis zu 2.500 Metern sogar die Alpen überqueren. Ihren Namen haben die winzigen Tiere übrigens von ihrem Schwanz, der aussieht, als habe er Federn. In Wirklichkeit sind dies verlängerte Schuppen, die das Lenken ermöglichen. Das Saugen des Nektars von bis zu 100 Pflanzen in fünf Minuten ist kein Problem für die Tierchen mit einer Flügelspannweite von 36 bis 50 mm und einem Gewicht von rund 0,3 Gramm. Einfach verrückt. (ns)