Debatte um die Freiwilligen Feuerwehren und Rettungsdienste

Debatte um die Freiwilligen Feuerwehren und Rettungsdienste

Niedersächsischer Innenminister Boris Pistorius zu Besuch in Bückeburg

Zu Beginn dieser Woche fand im Rahmen eines Besuches des niedersächsischen Innenministers, Boris Pistorius, im Bückeburger Rathaus eine Veranstaltung zum Thema „Herausforderungen für die Freiwilligen Feuerwehren und Rettungsdienste“ statt. Hierbei wurde vor rund 120 Teilnehmern von den Verantwortlichen die zentrale Frage erörtert, wie die Sicherheit für die Sicherheitskräfte vor Ort gestärkt werden könne.

Nicht nur Innenminister Boris Pistorius, sondern auch Landrat Jörg Farr, der Kreisbrandmeister des Landkreises Schaumburg, Klaus-Peter Grote, und unzählige Interessierte waren der Einladung des SPD-Landtagsabgeordneten Karsten Becker zur Veranstaltung gefolgt. „Wir sind auf einem guten, aber steinigen Weg“, konstatierte Kreisbrandmeister Grote in seiner Rede. Man brauche keine Elfenbeauftragte auf der A2, sondern Hilfe. Dies gelte nicht nur für das Ausrüstung, welches wie Fahrzeuge oft jahrelang auf sich warten ließe, sondern auch bei Bildung einer Rettungsgasse. „Manche verstehen es einfach nicht“, so Grote.

Dieser Meinung pflichtete auch Innenminister Pistorius bei. Man habe die Strafen für Gaffer deutlich angehoben, eine Behinderung der Rettungskräfte sei in keinster Weise hinnehmbar. Ohnehin sei das hohe ehrenamtliche Engagement nicht stark genug zu würdigen, so Pistorius. „Ihre aufgewendete Lebenszeit, ihr Herzblut und die privaten Einschränkungen sind nicht regenerierbar. Ich danke Ihnen sehr herzlich dafür.“ Deutschland werde überall in Europa für sein Katastrophenschutzsystem beneidet: „Dieses System und das Gemeinschaftsgefühl dürfen wir uns nie kaputtmachen lassen – von nichts und niemandem.“

Neben Boris Pistorius stellten sich Kreisbrandmeister Klaus-Peter Grote und Landrat Jörg Farr einer ausführlichen Diskussion im Bückeburger Rathaus.

Neben Boris Pistorius stellten sich Kreisbrandmeister Klaus-Peter Grote und Landrat Jörg Farr einer ausführlichen Diskussion im Bückeburger Rathaus.

Auch Landrat Jörg Farr dankte den Anwesenden für die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit und sagte, dass es eines langfristigen Planes für die Beschaffung von Einsatzmitteln bedürfe. „Es ist falsch und kurzsichtig von Jahr zu Jahr zu planen, denn die Liste ist lang. Die Beschaffung darf nicht von kurzfristigen Haushaltsschwankungen abhängen“, so der Landrat. Das Problem auf der A2 sei aus seiner Sicht bisher unzureichend angegangen worden und bestehe in den hohen Geschwindigkeitsunterschieden zwischen LKWs und PKWs. „Wir müssen hier schnell etwas tun“, so Farr.

Aus dem Plenum wurde unter anderem das Strukturproblem der Freiwilligen Feuerwehr als Thema angesetzt. Es sei immer schwerer Nachwuchs zu finden. Dazu Pistorius: „Die Feuerwehr muss attraktiv sein und das muss auch bei den Arbeitgebern ankommen, denn Feuerwehrleute sind tolle Arbeitnehmer, Teamplayer und gesellschaftlich anerkannt.“ Grundsätzlich, so der Standpunkt eines Ortsbrandmeisters, bestehe das ewige Problem Führungskräfte für Bückeburg zu finden. Man benötige mehr Hauptamtlichkeit um sich auf die Kernkompetenzen konzentrieren zu können und geeignete Führungskräfte nicht zu verheizen, so die Forderung an die Verantwortlichen. (ns)