Blitzeraktion zum Schulstart

Blitzeraktion zum Schulstart

Verkehrsteilnehmer sollen sensibilisiert werden

Passend zum Schulstart hat die Polizeidirektion Minden-Lübbecke eine Blitzeraktion in der Region durchgeführt. Eine wichtige Aktion zur Bekämpfung von Geschwindigkeitsverstößen und aus Gründen der Sensibilisierung der Autofahrer in Bezug auf die Schulkinder. Das zeigte ein Besuch des MiKu bei dem Polizeieinsatz.

Bei einem Blick auf die aktuellen Unfallstatistiken mit Kindern im Kreis Minden-Lübbecke wird die Wichtigkeit deutlich. Dazu sagt Polizeisprecher Ralf Steinmeyer: „Für das 1. Halbjahr 2018 liegt die Anzahl der im Straßenverkehr verunglückten Kinder kreisweit bei 73 Personen.“ Das, so Steinmeyer, sei ein Anstieg um 23 Kinder gegenüber dem Jahr 2017. Insgesamt seien im vergangenen Jahr 117 Kinder verunfallt. „Insgesamt ereigneten sich im Vorjahreszeitraum 19 Schulwegunfälle bei denen insgesamt 15 Schulkinder verletzt wurden“, sagt Steinmeyer. Ohne Kontrollen gehe es einfach nicht. Dies zeige die Erfahrung, so der Polizeisprecher.

"Die gefahrene Geschwindigkeit steht ganz klar in Verbindung mit der Schwere der Unfallverletzungen." (Ralf Steinmeyer, Pressesprecher Polizeidirektion Minden-Lübbecke)

„Die gefahrene Geschwindigkeit steht ganz klar in Verbindung mit der Schwere der Unfallverletzungen.“ (Ralf Steinmeyer, Pressesprecher Polizeidirektion Minden-Lübbecke)

Im Rahmen des Blitzer-Einsatzes am vergangenen Mittwoch in Nähe der Michael-Ende-Schule zeigte sich einmal mehr, dass die Worte Steinmeyers richtig sind. Dabei kamen einige Delikte durch die vier Beamten zutage. Darunter nicht nur Geschwindigkeitsüberschreitungen, sondern auch das Auto- und Fahrradfahren mit Handy in der Hand. „Beides sind keine günstigen Vergehen mehr“, sagt der Verkehrssicherheitsberater der Polizei Minden-Lübbecke, Michael Langer: „Seit der Anpassung des Bußgeldkataloges werden hier nun im Auto statt 60 Euro 100 Euro fällig. Außerdem gibt es einen Punkt in Flensburg. Auf dem Fahrrad kostet das Hantieren mit dem Handy auch immerhin nun 55 Euro statt 35 Euro“.

Ein Blick durch die Laserpistole zeigt in roten das Geschwindigkeitsvergehen eines Fahrzeugs.

Ein Blick durch die Laserpistole zeigt in roten das Geschwindigkeitsvergehen eines Fahrzeugs.

Auch geringste Geschwindigkeitsverstöße werden bereits geahndet. Hierfür sei das Verständnis der Verkehrssünder oft gering, berichtet auch Polizeihauptkommissar Jürgen Wunderlich. So auch im Fall zweier Mindener Autofahrer. Während sich der Fahrer eines amerikanischen Geländewagens einsichtig zeigte und sagte, er sei zu schnell gewesen und die Strafe über 15 Euro damit völlig okay, meinte Autofahrerin Nihal T.: „Ich wurde mit nur wenigen km/h geblitzt und soll nun zehn Euro zahlen. Das finde ich unnötig.“ Das sehen die Beamten freilich anders. Dazu sagt Polizeihauptkommissar Dirk Heuke: „Auch kleine Verstöße sind Verstöße und können andere Verkehrsteilnehmer, egal ob Autofahrer, Fußgänger oder Zweiradfahrer, gefährden.“

Polizeihauptkommissar Dirk Heuke zeigt sich standhaft bei der Bekämpfung der Temposünder.

Polizeihauptkommissar Dirk Heuke zeigt sich standhaft bei der Bekämpfung der Temposünder.

Polizeisprecher Ralf Steinmeyer hat hierfür ebenfalls wenig Verständnis und warnt: „Die gefahrene Geschwindigkeit steht ganz klar in Verbindung mit der Schwere der Unfallverletzungen. Es ist wichtig immer sein Umfeld auf den Gehwegen zu beachten und die Geschwindigkeit anzupassen. Auch wenn 50 km/h erlaubt sind, ist es manchmal erforderlich 25 km/h – und dies gerade in Schulnähe – zu fahren.“ Dass sich nicht alle an diese Vorgaben halten, zeigen die Beispiele dieser Messungen, aber auch ein Fall auf der B61 vor einigen Tagen. Hier meinte ein BMW-Fahrer in Richtung Mindener Birne bei Tempolimit 100 mit 224 km/h fahren zu müssen. Das Resultat: Über 600 Euro Geldbuße, 2 Punkte und 3 Monate Fahrverbot. (ns)