Lihra meint...

Lihra meint…

Ist das wirklich wahr?

Irgendwie ist es eine unendliche Geschichte. Gemeint ist das von der Stadt so hoch gerühmte Geschäftshaus am Scharn. Ärger ohne Ende? Gewarnt hatten einige: „Das wird nichts. Das geht schief. Das ist kein Renommee für Minden“. So oder ähnlich sprachen die Mahner. Aber beginnen wir am Anfang.

Die Geschichte beginnt mit einem schrecklichen Ende. Dem Ende des zweiten Weltkrieges. Die Mindener Innenstadt wurde noch am 28. März 1945 zum Ziel eines alliierten Bombenangriffes. Das historische Rathaus stand in Flammen, große Teile der Innenstadt lagen in Schutt und Asche. Weil man nicht alles wieder „eins zu eins“ aufbauen wollte, entstand in der Nachkriegszeit der kleine Domhof, der als ZOB benutzt wurde. Als „Randbebauung“ wurden sehr schnell eingeschossige Bauten errichtet, die u. a. einen Imbiss beherbergten, der sich bis zum Bau des Verwaltungsgebäudes „Deilmann Bau“ größter Beliebtheit erfreute. Von diesen Bauten, die eigentlich nur eine befristete Baugenehmigung hatten, blieb den Mindenern das Gebäude mit der Adresse „Am Rathaus 30“ bis zum Abriss im Jahre 2017/18 erhalten.

Aus den Trümmern von damals war am Scharn ein massives Haus entstanden, versehen mit ein paar Anbauten. Dieses befand sich im Besitz der Stadt und der stadteigenen GmbH. Außerdem gab es den Besitz zweier Privatpersonen, nämlich den flachen Anbauten und dem angrenzenden Haus am Scharn. Die Geschichte nahm seinen Lauf. Ein Mindener Geschäftsmann kaufte die Gebäude, die sich nicht im städtischen Eigentum befanden. Jetzt kommt der Investor Maßmann und die Procom ins Spiel. Rat und Verwaltung wollten gern den Scharn aufhübschen und außer Hagemeyer ein tolles neues Geschäftshaus in bester 1a Lage haben. Nur leider war der Platz für ein Vorzeigeobjekt beschränkt. Rat und Verwaltung beschlossen somit, nur, nennen wir es einen Einheitsbrei, zu kochen. Der Mut zu einem Vorzeigeobjekt, welches auch im Mindener Umland Wellen geschlagen hätte, fehlte. Und damit sagten auch die Investoren ab, die sich mit wirklich großen Dingen beschäftigen und davon Ahnung haben. Maßmann und seine Procom kamen ins Spiel. Böse Zungen behaupten, sie wären von den Großinvestoren vorgeschickt worden, in Minden einen „Einheitsbrei“ anzurühren, um die von ihnen betriebenen Top-Einkaufszentren in der Nachbarschaft nicht zu schwächen. Aber wie gesagt, das sind eventuell nur Gerüchte. Und so wurde nun das Geschäftshaus am Scharn geplant, mit einem Ankermieter, Drogeriemarkt Müller, und zwei kleineren Läden. Und damit man für dieses Objekt überhaupt Kredite bei der Bank bekam, musste die Stadt Minden die oberen Etagen als Büros für fünfzehn Jahre anmieten.

Eigentlich eine sichere Sache, sollte man meinen. Der Mieter „Stadt Minden“ in der 2. und 3. Etage plus ca. 2.500 qm für den Handel. Wenn da nicht kürzlich die Nachricht gewesen wäre: „Maßmann/Procom bietet Baustelle am Scharn zum Kauf an!“ Dann geistert auch noch eine Zahl von 950.000 € durch Minden. Kann das wahr sein? Ankauf Grundstücke und Baufortschritt plus Mietverträge im Wert von ungefähr f 10 Mio. lassen doch auf dem Gewerbeimmobilienmarkt einen Wert von ca. 20 Mio. EUR als angemessen erscheinen. Wieso gibt es dann aber das Gerücht „Verkauf für rund 1 Mio. €“? Ein Investor, der eine Baustelle verkaufen möchte ist schon einmal sehr ungewöhnlich. Einen Investor, der eine Baustelle verkauft, deren Wert faktisch das 10 fache des angeblich aufgerufenen Verkaufspreises ist, gibt es normalerweise nicht!

In der Politik werden die Stimmen lauter, die die Verwaltung um Auskunft über den städtebaulichen Vertrag haben möchten, der zwischen dem Investorenteam und der Stadt Minden abgeschlossen wurde. Aus berufenen Munden ist ansatzweise zu vernehmen, dass dieser Vertrag zwei seltsame Positionen beinhalten soll.
* Stadt Minden verpflichtet sich das Objekt zu übernehmen, wenn die Investoren nicht klar kommen
* Es soll gegenseitig auf den Rechtsweg verzichtet werden!

Ist hier Schmuh gemacht worden? Oder Insiderhandel? Nehmen wir nun einmal das Gerücht, der Investor würde für nicht einmal 1 Million verkaufen. Was könnte der Grund sein, wenn das Gebäude doch einen zweistelligen Millionenbetrag wert ist? Wieso wird diese Summe dann nicht verlangt? Spannend ist die Frage, wer wusste wann und von wem etwas? Noch wissen wir es nicht. Hoffen wir alle, dass die Stadt Minden hier nicht eine übelriechende Suppe auslöffeln muss.