Miku trifft Gentiana Fetaj

Miku trifft Gentiana Fetaj

„Und dann kam plötzlich die Einladung vom DFB“

Ein normaler Teenager, das denkt man über Gentiana Fetaj, wenn man sie kennenlernt. Wie viele Mädchen in ihrem Alter mag sie Musik von Chris Brown, geht gerne schwimmen, trifft sich mit Freundinnen oder geht shoppen. Doch ganz so normal, ist ihr weiterer Alltag dann doch nicht.

In Kamen lebt Genta, so nennen sie ihre Freunde und die Familie gerne, mittlerweile im Sportinternat Kaiserau. Dort bereitet sich die gebürtige Mindenerin gewissenhaft auf ihr Abitur und die kommende Laufbahn vor. Und diese Laufbahn klingt erfolgsversprechend, denn Genta spielt Fußball und das sehr erfolgreich. Mit 15 Jahren steht für sie in der kommenden Saison ab August das eigene Profidebüt im Erwachsenenbereich beim FSV Gütersloh in der zweiten Bundesliga bevor. Und diesen Schritt im frühen Alter traut man ihr auch zu, denn Genta durchpflügte in den letzten Jahren die Jugendmannschaften und schoss Tore am Fließband. 2014 änderte sich Alles für sie. „Da kam ganz plötzlich die Einladung vom DFB und ich wurde für die deutsche U15-Auswahl nominiert“, berichtet sie und man merkt an ihrem Strahlen in den Augen, welchen Stellenwert der DFB für sie hat. Obwohl zwei Herzen in ihrer Brust schlagen, eines für das Herkunftsland ihrer Vorfahren, den Kosovo, und eines für Deutschland, werde sie sich immer mit dem DFB identifizieren, sagt sie: „Meine Heimat ist hier, in Petershagen Gorspen-Vahlsen und in Deutschland“, stellt sie klar und unterstreicht ihre Identifikation: „Ich singe natürlich auch die Nationalhymne mit, das gehört für mich dazu.“ Verständlich, denn die Familie lebt bereits seit drei Generationen in Deutschland. Gentiana hat es bis dato bis zur Kapitänin der U-16 DFB-Auswahl geschafft. „Die Kapitäns-Binde ist für mich etwas sehr Besonderes. Wir haben tolle Spielerinnen, daher ist es für mich umso schöner die Binde tragen zu dürfen.“ Zuletzt war sie in Norwegen mit dem DFB-Team im Einsatz, Platz 5 sprang dabei heraus. „Ein schönes Turnier, aber wir waren mit dem Abschneiden im Endeffekt nicht zufrieden. Das ist für den DFB eigentlich zu wenig.“

Platz 5 beim Nordic Cup in Norwegen war für den DFB zu wenig, sagt die U-16 Kapitänin des Teams, Gentiana Fetaj.

Platz 5 beim Nordic Cup in Norwegen war für den DFB zu wenig, sagt die U-16 Kapitänin des Teams, Gentiana Fetaj.

Genta wirkt sehr geerdet bei dem Gespräch mit dem MiKu. Sie weiß was sie will. „Das Abitur steht für mich zunächst im Vordergrund, denn man weiß nie, ob eine Verletzung etwas verändert.“ Das durfte sie im vergangenen Jahr erkennen, als sie sich im Spiel gegen Dänemark den Knöchel brach und rund ein halbes Jahr ausfiel. Alleine ihre Entscheidung sei es, ob sie Fußball spielt, sagen Vater Valdet und Mutter Luljeta, die selber früher Ballsport betrieben. Auch Bruder Valentin und die kleine neunjährige Schwester Viola spielen gerne Fußball. Letztere will unbedingt ihrer Schwester nacheifern und bald in einem Verein antreten. Dabei wird bei einer kleinen Trainingseinheit im heimischen Garten schnell deutlich, dass Viola ebenfalls über ein riesiges Talent verfügt. Die Schüsse fliegen zwar noch nicht so hart und genau, wie bei Genta, aber es ist zu merken, dass das Talent überdurchschnittlich ist und die Bälle präzise beim Adressaten ankommen. Es bleibt abzuwarten, ob die Fetaj-Schwestern eines Tages zusammen im DFB-Dress spielen. Schlecht stehen die Chancen sicherlich nicht.

Auch Schwester Viola will bald im Verein Fußball spielen und ihrer Schwester nacheifern. Das Talent dafür hat sie.

Auch Schwester Viola will bald im Verein Fußball spielen und ihrer Schwester nacheifern. Das Talent dafür hat sie.

Später möchte Genta einmal bei Paris St. Germain oder dem VfL Wolfsburg ihr Geld verdienen. Das, so die angehende Profi-Kickerin, seien Topadressen im Frauenfußball. Neben Stars wie Pierre-Emerick Aubameyang und Mats Hummels durfte sie bereits den ehemaligen brasilianischen Weltmeister Roberto Carlos und den Neutrainer der Dortmunder Borussia, Lucien Favre, kennenlernen. Alle seien sehr nett gewesen, lacht Genta. Man merkt, sie ist auf dem richtigen Weg und wird auch bei größer werdendem Erfolg ebenso freundlich bleiben, wie sie es bereits ist. Wünschen wir ihr viel Glück und Verletzungsfreiheit auf dem weiteren Weg in die Weltspitze. (ns)