Pläne für Multifunktionshalle liegen auf Eis

Pläne für Multifunktionshalle liegen auf Eis

Finanzielle Rahmenbedingungen nicht zu verantworten

Die Pläne für eine Multifunktionshalle auf dem rechten Weserufer werden auf Eis gelegt. Das erklärte die wirtschaftspolitische Sprecherin der Mindener Initiative, Edith von Wrisberg, am Montagabend in einer Pressemitteilung.
 
Zuvor hatten die Fraktionsspitzen und Verwaltungsvertreter von Stadt und Kreis in einer gemeinsamen Sitzung im Mindener Kreishaus die Ergebnisse des aktuellen Gutachtens über den Betrieb einer neuen, rund 35 Millionen Euro teuren Mehrzweckhalle auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofes an der Friedrich-Wilhelm-Straße erörtert. Diese zweite, etwa 150.000 Euro teure Betriebsexpertise war beauftragt worden, nachdem ein erstes Gutachten, das rund 300.000 Euro gekostet hatte, im vergangenen Jahr als nicht ausreichend erachtet worden war.
 
Nach einer fast sechs Monate dauernden Auswertung des Papieres zeichne sich ab, dass eine Multifunktionshalle nicht dauerhaft solide finanzierbar sei, erläuterte die stellvertretende Fraktionssprecherin der Unabhängigen Wählervereinigung. So habe Mindens Bürgermeister Michael Jäcke erklärt, dass es nicht verantwortbar sei, die Halle unter den gegenwärtigen finanziellen Rahmenbedingungen zu errichten. „Wir bedauern diese Entwicklung sehr“, so der Fraktionsvorsitzende der Mindener Initiative, Harald Steinmetz, denn man habe sehr auf die Realisierung eines solchen Veranstaltungsortes für Kongresse, Sport und Kulturveranstaltungen gesetzt. „Minden braucht eigentlich eine solche Halle, da die Kampahalle bis auf den Sport nicht wirklich als Eventhalle geeignet ist.“
  
Dass die Eventhalle auf Eis gelegt sei, bedeute nicht, dass sie gescheitert sei, betonte Edith von Wrisberg. „Das aktuelle Gutachten wird jetzt mit allen Fraktionen ausführlich diskutiert, um zu sehen, wie es weitergehen kann.“ Dabei sei eine wesentliche Voraussetzung gegeben, denn die Sanierung der umfangreichen Altlast auf dem ehemaligen Güterbahnhofsgelände sei gesichert.

Gastkommentar von Jürgen Schnake

SchnakebyAndyRedekop

Nachdem sich während des Bürgermeisterwahlkampfes 2015 noch alle über den Vater der „Westfalenarena“, Matthias Beier, lustig machten, war es verblüffend, wie schnell der jetzige Amtsinhaber dann das umetikettierte Projekt „Multifunktionshalle“ anschob.

Mit wehenden Fahnen und naivstem Optimismus wurde nach vorne gestürmt, Geld für Gelände und Gutachten im Millionenbereich waren kein Problem.

Und nun ist das Drama groß: Der Kreis ist sauer, die desinformierten Lokalpolitiker auch, die Kampa-Halle bald dicht und eine neue Arena nur noch ein nebulöses Risiko.

Viel von diesem Ärger hätte man vermeiden können, hätte man die Machbarkeitsstudie – logischerweise – am Anfang des Prozesses erstellt. Aber da wurde ja noch süß geträumt…