Amnestieregel für Waffen im Mühlenkreis kaum genutzt

Amnestieregel für Waffen im Mühlenkreis kaum genutzt

Im Halbjahreszeitraum ganze 11 Waffen abgegeben

Bisher sehr spärlich – genau so könnte man die Halbjahresbilanz der Nutzung der Waffenamnestieregel im Kreis Minden-Lübbecke treffend umschreiben. Exakt dieser Meinung ist auch der Pressesprecher der Polizei Minden-Lübbecke, Ralf Steinmeyer, der keine genauen Gründe erkennen kann, weshalb nach einer ähnlichen Amnestieregel aus dem Jahr 2009 nach zwölf Monaten rund 600 Waffen abgegeben worden waren. Rein spekulativ also kann Steinmeyer zu den Gründen Aussage geben: „Vielleicht trauen einige Leute der Regelung zur Straffreiheit nicht und fürchten dennoch Unannehm-
lichkeiten. Sollte das der Fall sein, so können wir Entwarnung geben.“

Ganze elf Waffen konnten die Kollegen von Ralf Steinmeyer bisher nach sechs Monaten entgegennehmen. Darunter acht Langwaffen, zwei Pistolen und ein Elektroschocker. Ob illegal oder legal, das macht hier kaum Unterschied. Zumindest in diesem Zeitraum nicht. Denn auch wer seine legale Waffe nicht mehr behalten möchte, kann diese bei der Polizei Minden-Lübbecke abgeben und kostenfrei vernichten lassen. Bei illegalen Waffen kommt in diesem Zeitraum noch die Straffreiheit dazu. Die abgebenden Bürger werden hier nicht rechtlich belangt. „Wir können die entsprechenden Waffenbesitzer nur dazu ermutigen, diese Möglichkeit bis Ende der Jahresfrist am 05.07.2018 wahrzunehmen“, erklärt Steinmeyer im Gespräch mit unserer Zeitung. Neben etwa Lang- und Jagdwaffen, Büchsen und Flinten, Revolvern sowie Pistolen und Repetierwaffen können auch Munition und verbotene Gegenstände abgegeben werden. Hierzu zählen beispielsweise Elektroschocker, Wurfsterne, Schlagringe, Nunchakus, Butterflymesser, Leuchtspur- und Hartkerngeschosse genauso wie getarnte Waffen wie beispielsweise ein Stockdegen. Dazu sagt Steinmeyer: „Wir freuen uns über jede Waffe, die uns übergeben wird. Letztlich können diese in den falschen Händen viel Unheil anrichten.“ (ns)