Positive Unfallbilanz für den Mühlenkreis

Positive Unfallbilanz für den Mühlenkreis

Polizeibehörde veröffentlicht Unfallstatistik für 2017

Sichtlich zufrieden zeigten sich die Vertreter der Polizeibehörde Minden-Lübbecke bei der Präsentation der Unfallstatistik 2017 für den Mühlenkreis. „Die Zahlen in diesem Jahr sind durchaus positiv“, erklärt Polizeidirektor Detlev Stüven. Insgesamt gab es weniger verunglückte Personen auf den Straßen.

Im Vorjahresvergleich fällt die positive Bilanz ins Auge: Insgesamt gab es in Minden-Lübbecke 2017 9.369 Verkehrsunfälle, das sind 1,01 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Unfälle mit Personenschaden sind jedoch prozentual um 10,76 Prozent gesunken (912). In der Summe sind 1178 Personen im Straßenverkehr verunglückt (-10,9 Prozent); die Anzahl der Getöteten im Straßenverkehr ist von 21 auf 6 gesunken. „Wir haben in diesem Jahr eine herausragend niedrige Getötetenzahl“, resümiert Detlev Stüven. „Wir sind froh über die Entwicklung, schließlich stehen dort überall Schicksale hinter“, so Stüven weiter. Bei dem Blick auf die Verunglückten nach Lebensalter hätte die Direktion Verkehrssicherheit „durchweg grüne Zahlen“. Soll heißen: In allen Altersgruppen sind im vergangenen Jahr weniger Personen verunglückt.

Die größte Gruppe der Verunglückten stellen nach wie vor die jungen Erwachsenen im Alter von 18 bis 24 Jahren, in dieser Gruppe verunglückten 220 Personen (2016:230). Gründe für die positive Entwicklung vermuten Stüven und seine Kollegen zum einen in der umfangreichen Polizeiarbeit, unter anderem die zahlreichen Präventionsveranstaltungen zur Verkehrssicherheit, aber auch bei der immer besser werdenden Fahrzeugtechnik und Verbesserungen im Rettungsdienst und beim Straßenbau. Hinsichtlich der hohen Verkehrs- und Fahrzeugdichte im Mühlenkreis sind die Zahlen absolut positiv zu bewerten. „Wir hoffen, dass diese Entwicklung auch weiterhin so bleibt“, sagt Ulrich Möller, stellvertretender Direktionsleiter Verkehr. Für den Radverkehr müsse noch mehr getan werden, resümierten die Beamten. Zwar sank die Zahl der verunglückten Fahrradfahrer um 22,3 Prozent, jedoch steigen die Zahlen der sogenannten „Pedelec-Fahrer“, also derjenigen, die auf ein motorunterstützendes Fahrrad, zurückgreifen.

Da somit die Anzahl der Pedelecs, die eine beachtliche Geschwindigkeit erlangen können, im Straßenverkehr ansteigen werde, müsse die Entwicklung im Auge behalten werden. Im vergangenen Jahr gab es 25 Unfälle mit Pedelecs, das sind zwei mehr als im Vorjahr. Weiter fiele auf, dass die Zahl der Verkehrsunfallfluchten mit Personenschaden um 19,12 Prozent gesunken sind; die Verkehrsunfallfluchten mit Sachschaden haben sich jedoch um5,2 Prozent erhöht. „Unfallflucht ist ein recht kompliziertes Delikt. Daher können wir im Falle eines Unfalls nur immer wieder raten: Verständigt die Polizei oder tauscht zumindest die Personalien aus!“ erklärt Ulrich Möller. Die Hauptunfallursachen liegen nach wie vor bei Fehlern beim Abbiegen, Ein- und Ausfahren und Wenden sowie bei der Missachtung von Vorfahrt und Vorrang und der Nichteinhaltung des Mindestabstandes. „Wir haben generell das Gefühl, dass die Risikobereitschaft bei manchen Autofahrern steigt“, so Stüven. (nh)