Vogel-Klau in Frille

Vogel-Klau in Frille

Unbekannte entwenden zehn seltene Vögel

Großer Schreck für die Züchterin von zehn Glanzsittichen in Petershagen-Frille. Als die 52-jährige am Morgen des 22. Januars zu ihrer Außenvoliere ging, um die Nachzucht der seltenen australischen Papageienart zu füttern, stand die Tür des Vogelstalles offen und alle zehn Glanzsittiche waren verschwunden.

Ein ungewöhnliches Diebesgut, so möchte man meinen, allerdings durchaus mit finanziellem Hintergrund. „Mindestens 180 Euro pro Vogel bringt der Verkauf der seltenen violett-opalin farbigen Tiere auf dem Markt“, so die Hobbyzüchterin aus Frille, die ihre sensiblen Vögel mit viel Liebe und Feingefühl aufzieht und zu gut einer Handvoll Züchtern in Deutschland gehört. Eine extra beheizte Gartenhütte mit einer Temperatur von durchschnittlich 16 Grad Celsius sei nötig, damit die bunten Jungvögel wachsen und sich entwickeln könnten, sagt die Vogelexpertin.

Äußerst rabiat, aber auch zielorientiert, gingen die Diebe bei der Straftat vor, so die Vermutung der Polizeiermittler, die kaum Spuren sicherstellen konnten. Dabei brachen die Langfinger die Holztür der Voliere gewaltsam auf und nutzten die vorhandenen Kescher zum Fangen und Entwenden der Tiere. Diese hinterließen sie anschließend im Gehege. Allerdings brachten die Verbrecher eigene Transportboxen mit und handelten somit sehr fokussiert. Leider habe den Vorgang des Diebstahls niemand von den Anwohnern des Mehrfamilienhauses bemerkt, da die Vögel von Natur aus sehr leise seien, so die Besitzerin.

Sicher wird es schwierig die Tiere wieder zu bekommen, aber es gibt Hoffnung. Diese macht besonders die Seltenheit und die Beringung an den Beinen der Glanzsittiche. Und man lässt nichts unversucht. Bereits kurz nach dem Diebstahl sei eine europaweite Suche auf den gängigen Internetportalen nach den sechs bis acht Monate alten Tieren gestartet worden. Glücklicherweise ist die Weiterzucht nicht in Gefahr, denn der Großteil der Tiere befindet sich innerhalb des Hauses und weitere Sicherheitsvorkehrungen seien bereits getroffen worden. Damit ein Diebstahl nicht wieder passieren könne, werde an Investitionen wie etwa für eine Alarmsicherung nicht gespart, so die Besitzerin.

Bei Hinweisen auf den Verbleib der Tiere oder bei verdächtigen Verkaufsangeboten nimmt die Polizei Minden-Lübbecke jederzeit Hinweise unter 0571 – 88860 entgegen. (ns)