Einkaufsspaß am Wesertor?

Einkaufsspaß am Wesertor?

Geplante Neueröffnung des Ex-Hertie-Gebäudes 2017

Seit der Schließung des ehemaligen Hertie-Kaufhauses 2009 ist viel passiert – oder auch nichts. Rund drei Jahre versuchte der Hamburger Projektentwickler ECE an dieser Stelle ein neues Einkaufszentrum zu errichten, ist letztendlich aber gescheitert. Die Gespräche der letzten eineinhalb Jahre mit dem jetzigen Bauunternehmer und Investor Walter Hellmich aus Dinslaken scheinen zum Erfolg geführt zu haben. Eine Neueröffnung des Ex-Hertie-Gebäudes ist für das Frühjahr 2017 geplant.

„Der Dinslakener Investor Walter Hellmich hat seine Zusage gehalten und im vergangenen Monat das Objekt erworben“, betont die Kommunalpolitikerin Edith von Wrisberg von der Mindener Initiative, die sich selbst seit 2013 für das Projekt an der Bäckerstraße eingesetzt hat. Die Politikerin bestätigt eine Information des Investors, dass es mit einer Grundstückseigentümer-Gemeinschaft noch Verhandlungsbedarf gebe. Auch nach Angaben von Bürgermeister Buhre kann die Baugenehmigung aufgrund von Problemen mit einer Erbpacht-Partei noch nicht erteilt werden. „Wir können den Bauantrag erst genehmigen, wenn Planungsrecht vorliegt“, so Buhre. Außerdem habe der Bebauungsplan geändert werden müssen, da der Investor die jetzigen Arkaden schließen und diese anschließend als weitere Verkaufsfläche nutzen wolle. „Wir versuchen aber das Verfahren so weit es geht zu vereinfachen, da wir absolut hinter dem Projekt stehen“, gibt Buhre die positive Haltung der Stadt Minden gegenüber dem Bauvorhaben preis. Auch Edith von Wrisberg geht davon aus, dass die Stadt die Baugenehmigung erteilen könne, sobald letzte Detailfragen geklärt seien, da ihrer Meinung nach keine außergewöhnlichen Probleme vorliegen.

„Die Probleme sind aus meiner Sicht nicht unlösbar, sodass das Vorhaben erfolgreich realisiert werden kann“, erklärt sie.

Dafür spreche auch, dass Hellmich das Mindener Bauvorhaben in dieser Woche auf der größten Fachmesse für Immobilien und Investitionen in Europa, der Expo Real in München, präsentierte. Für die Ratsfrau würde das Quartier am Wesertor eine erhebliche Aufwertung durch die Neugestaltung und Nutzung der Immobilie erfahren. Und dies ist auch das Ziel des Dinslakener Unternehmens, das sich zusammen mit dem Duisburger Projektentwickler Fokus Development des Projekts angenommen hat. Der Stadtraum Wesertor soll wieder zu einem attraktiven Anziehungspunkt mit starken Dienstleitungs- und Einzelhandelsangeboten werden. Gemeinsam soll das Objekt saniert und umgebaut werden. Im Bauausschuss im Mai diesen Jahres präsentierte Hellmich Details seines Vorhabens. Demnach soll der Durchgang im Bereich des Wesertors erhalten bleiben und die Fassade zur Weser hin verschönert werden; durch große Glasflächen soll das Gebäude einladender wirken.
Neben einer umfassenden Modernisierung im Innern des Gebäudes, sollen auch die Arkaden für eine erweiterte Verkaufsfläche geschlossen werden. Damit entstehe insgesamt eine Mietfläche von etwa 12.000 Quadratmetern, wovon rund 8.000 Quadratmeter für den Einzelhandel genutzt werden sollen. In der Parkgarage sei Platz für etwa 230 Pkw-Stellplätze. Über zukünftige Mieter wollte sich der Bauherr noch nicht äußern. Spekulationen nach plant das Haus Hagemeyer ein Sporthaus in dem Einzelhandelsobjekt einzurichten. Im Gespräch war auch immer wieder das Drogeriekaufhaus Müller. Trotz einiger Schwierigkeiten, die sich Hellmich im Laufe der vergangenen eineinhalb Jahre in den Weg stellten, hält der Unternehmer weiter an dem Eröffnungstermin im Frühjahr 2017 fest.

Dass er mit dem Projekt Erfolg haben könnte, zeigt die von ihm im November 2014 eröffnete Neutor-Galerie in Dinslaken, die auf dem Grundstück einer ebenfalls ehemaligen Hertie-Immobilie entstand. Rund 120 Millionen habe er dort in das Projekt investiert und weitere zehn Millionen bereits in die ehemalige Hertie-Immobilie in Minden. Ob die Probleme mit der Eigentümer-Partei gelöst und damit der Eröffnungstermin eingehalten werden kann, bleibt abzuwarten. Für eine Wiederbelebung des Wesertors wünschen sich viele eine zügige Einigung.